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20. Mai 2026

Renaturierung an der Diemel begeistert Fachpublikum aus drei Bundesländern

Renaturierung an der Diemel begeistert Fachpublikum aus drei Bundesländern

Renaturierung an der Diemel begeistert Fachpublikum aus drei Bundesländern Rund 50 Teilnehmende aus Fachwelt und interessierter Öffentlichkeit – aus Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hessen – kamen zusammen, um die beispielhafte Gewässerrenaturierung an der Diemel bei Marsberg hautnah zu erleben – eine Veranstaltung, die eindrucksvoll zeigte, was engagierte Gewässerentwicklung leisten kann.

Mit dem Bus vom Bahnhof Marsberg startete die Gruppe zu einer geführten Exkursion entlang der Diemel. Die Veranstaltung der Natur- und Umweltschutz-Akademie NRW war mit knapp über 50 Plätzen vollständig ausgebucht – ein deutliches Signal für das überregionale Interesse an nachhaltiger Gewässerentwicklung.
Bürgermeister Matthias Koch eröffnete die Exkursion mit einem Grußwort und gab dabei nicht nur einen herzlichen Willkommensgruß, sondern auch als Kenner der Materie wertvolle Einblicke in die Renaturierungsgeschichte und die weiteren geplanten Schritte in der Region.

Organisiert und geleitet wurde die Exkursion von Eva Pier (Natur- und Umweltschutz-Akademie NRW (NUA)). Die Veranstaltung war Teil der Exkursionsreihe „Lebendige Gewässer – Spezial", mit der die NUA gezielt innovative und unkonventionelle Ansätze der Gewässerrenaturierung in den Fokus rückt. Eva Pier führte begleitend durch den Tag und schuf den Rahmen für den intensiven Austausch zwischen Behörden, Planungsbüros, Verbänden, Wissenschaft und Vereinen. Dass die Reihe nach dem Auftakt 2025 in Düsseldorf auch 2026 ein so großes Echo findet, zeige das Interesse an alternativen Wegen in der Gewässerentwicklung, so Pier.

Die inhaltliche Führung an den Stationen übernahm Jens Eligehausen vom Planungsnetzwerk für nachhaltige Regionalentwicklung e.V.. Der Verein hat die Renaturierungsmaßnahmen an der Diemel initiiert, über Jahre planerisch begleitet und die bauliche Umsetzung verantwortet. An den einzelnen Stationen stellte Eligehausen die jeweiligen Planungsschritte, die baulichen Lösungen und die ökologischen Zielsetzungen vor – und machte damit nachvollziehbar, wie aus einer regionalen Idee ein Projekt mit überregionaler Strahlkraft werden konnte. Die enge Zusammenarbeit zwischen Stadt Marsberg, Behörden, Wissenschaft und dem Planungsnetzwerk wurde so an jedem Standort sichtbar.

An mehreren Stationen entlang der Diemel wurde das gesamte Spektrum der Renaturierungsarbeit erlebbar: Unterhalb des alten Wehres und der historischen Nepomuk-Brücke konnten die Teilnehmenden sehen, wie auch kurze Renaturierungsabschnitte bereits spürbare ökologische Wirkung entfalten. An der Momecke zeigte die Bachverlegung oberhalb der Mündung in die Diemel, wie gezielte Eingriffe helfen können, die Hochwassersituation zu verbessern und gleichzeitig die natürliche Dynamik des Gewässers wiederherzustellen. Den beeindruckenden Abschluss bildete ein zusammenhängender Renaturierungsabschnitt von einem Kilometer Länge bei Giershagen – ein Beleg dafür, dass auch größere Maßnahmen möglich sind, wenn Wille und Zusammenarbeit stimmen.

Die wissenschaftliche Perspektive brachte Professor René Sahm von der Universität Kassel ein, der gemeinsam mit dem Planungsnetzwerk über mehrere Jahre studentische Projekte an der Diemel begleitet hat. Vor Ort ordnete er die ökologischen Grundlagen ein und gab Einblicke in die Ergebnisse des begleitenden Monitorings. Thorsten Pack von der Unteren Wasserbehörde und Felix Benfer von der Unteren Naturschutzbehörde ergänzten die Perspektive aus behördlicher Sicht, während Johannes Schröder vom Verein für Naturschutz und Vogelkunde Hochsauerlandkreis die naturkundliche Dimension der Renaturierungsarbeit einbrachte.

Wer genau hinschaute, konnte bereits einige Spuren der Veränderung mit bloßem Auge erkennen: Unter umgedrehten Steinen zeigten sich Wirbellose als wichtiges Indiz für die Gewässergüte, und auch die unübersehbaren Spuren des Bibers belegten, dass die Renaturierung längst angenommen wurde.

Die Mittagspause bot eine willkommene Gelegenheit zum Austausch – und einen besonderen Ort dafür: Die Freizeitanlage des Vereins „Unser Giershagen e.V." erwies sich als idealer Gastgeber. Marcus Henke, Vorsitzender des Vereins und Vertreter des Wasserverbands, stellte die vielfältigen Bildungsangebote und die beeindruckende Infrastruktur vor, die der Verein ehrenamtlich aufgebaut hat.

Das Projekt selbst trägt bereits Auszeichnungen von nationalem Rang: Die Renaturierung der Diemel bei Marsberg wurde von der Deutschen Umwelthilfe als Schwammlandschaft des Jahres 2025 geehrt. Hinzu kommt der DWA-Gewässerentwicklungspreis 2026 der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall – Platz eins. Eine Anerkennung, die das Engagement der Stadt Marsberg und ihrer Partner als Maßstab würdigt.

Doch damit soll es nicht enden: In den Gesprächen am Rande und in den Diskussionsbeiträgen wurde deutlich, dass das Erreichte Ansporn für mehr ist. Die noch nicht renaturierten Abschnitte der Diemel warten – und der Wunsch, auch sie in einen ökologisch wertvollen Zustand zu überführen, war unter den Teilnehmenden spürbar und einhellig.

Mit der Reihe „Lebendige Gewässer – Spezial" hat die NUA ein Format geschaffen, das genau solche Praxisbeispiele sichtbar macht – und das, so der einhellige Wunsch der Teilnehmenden, auch in Zukunft fortgesetzt werden sollte.

Kontakt und weitere Informationen:
Eva Pier
vprnnrwd
02361 305-3316
www.nua.nrw.de

Jens Eligehausen
Planungsnetzwerk für nachhaltige Regionalentwicklung e.V.
https://diemel.renaturiert.org
jnsplnngs-ntzwrkd
0179 7860734

Fotos: Isabel Hemberger / www.paulapop.photo
© Isabel Hemberger
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Instagram: @paula___pop