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Bredelar


Bredelar liegt auf dem linken Ufer des bis dahin engen Tales der Hoppecke am Rande einer nach Nordwesten bis Nordosten ausholenden Talweitung. Die hier anstehenden Culmtonschiefer sind sehr leicht verwitterbar und erordierbar, so daß sich eine ausgedehnte, nur mäßig gewellte Hügellandschaft gebildet hat, mit Höhenlagen zwischen 20 und 45 m über der Talsohle. Es finden sich auch Lehme, die zur Ziegelherstellung geeignet sind. Auf dem rechten Ufer der Hoppecke dagegen beobachten wir ein jähes Aufsteigen steiler Berghänge bis zu Gipfeln von 120 m (Orthelle) und 150 m (Bellerstein) über der Talsohle. Die Bebauung des Ortes geht im Südwesten in die Ortslage von Beringhausen über. Die Temperatur liegt im Jahresmittel bei 7,5 ° C, die Vegetationszeit dauert etwa 140 Tage im Jahr.


Ortseinfahrt BredelarOrtseinfahrt BredelarDer Ortsmittelpunkt - im Hintergrund die evangelische KircheDer Ortsmittelpunkt - im Hintergrund die evangelische KircheDie Firma HuT in Bredelar - Ein Unternehmen in der MetallverarbeitungDie Firma HuT in Bredelar - Ein Unternehmen in der Metallverarbeitung

Der Name des Ortes weist auf eine schon im sehr frühen Mittelalter erfolgte Besiedlung hin. Im Althochdeutschen bedeutet nämlich „lar" = Weideplatz, also „Bredelar" = „ausgedehnter Weideplatz". Die Ortsgeschichte von Bredelar ist eng verbunden mit der Geschichte des in der Gemeinde liegenden Klosters der Prämonstratenserinnen und später der Zisterzienser. Die erste Nachricht von dem Ort finden wir im Jahre 1170. In diesem Jahr stiftete der Kölner Erzbischof Philipp von Heinsberg an eine bereits bestehende Kirche in Breidelare, die dem hl. Laurentius geweiht war, ein Kloster für geistliche Frauen des Augustinerordens, den Prämonstratenserinnen. Den Ort für diese neue klösterliche Niederlassung, ein Gut und eine Mühle im Tal der Hoppecke, hatte er von seinem Lehnsmann, dem catellans Codescalus de Padberg, Gottschalk von Padberg, im Tausch gegen Eigengut in Beringhausen, Oesdorf und Borntosten erhalten. Die Leitung des Klosters wurde einer Äbtissin übertragen. Die geistliche Aufsicht erhielt das Prämonstratenserkloster Scheda. Dem Burgherrn Gottschalk von Padberg blieb die Vogtei über das Kloster vorbehalten. Der „wenig löbliche Lebenswandel" der Ordensfrauen führte dazu, daß diese erste Stiftung nur kurzen Bestand hatte.

1196 entschloß sich der Erzbischof Adolf von Köln (1193-1205) auf Bitten des Gottschalk von Padberg, eines Sohnes des 1170 genannten Burgherrn, das Kloster in ein Männerkloster des Zisterzienserordens umzuwandeln. Die Nonnen wurde nach Rumbeck versetzt und das Verhältnis zu Scheda gelöst. Die Herren von Padberg ihrerseits verzichteten auf die Ausübung der Vogtei, die der Zisterzienserregel widersprach. Das Kloster wurde mit Mönchen aus Hardehausen besetzt. 1201 weihte der Paderborner Bischof Bernhard II von Oesede den Kirchhof von Bredelar und bestätigte dem Kloster dessen Besitz. Im 13. Jahrhundert war das Kloster bestrebt, planmäßig seinen Besitz vor allen in den Nachbarorten zu erweitern. So wurde das Kloster, meist durch Kauf, fast alleiniger Grundherr der Siedlungen Giershagen, Beringhausen, Messinghausen und Bontkirchen, die geradezu als Bredelarer Klosterdörfer bezeichnet wurden.

Bedingt durch die Wüstungsvorgänge auf dem Sintfeld und den Nachbargebieten sowie den Fehden zwischen Köln, Paderborn, Hessen und Waldeck kam es im 14. und 15. Jahrhundert zu einem wirtschaftlichen Abstieg des Klosters. Doch schon bald scheint sich die Lage geändert zu haben, da bereits Ende des 15. Jahrhunderts von Erweiterungen im Klosterbereich gesprochen wird. Zwischen 1470 und 1518 verkaufte das Kloster seine Besitzungen auf dem Sintfeld an das Kloster Dalheim. Der 30jährige Krieg brachte für den Ort und auch das Kloster große Not, so daß 1631 die Mönche das Kloster verließen. Doch vor Ende des Krieges konnte eine Sanierung und Wiederherstellung des Klosters vorgenommen werden.

Im 7jährigen Krieg war auch das Kloster 1761 in die Kampfhandlungen miteingebunden und erlitt bei einer Bestürmung Beschädigungen. 1784 brannte die gesamte Klosteranlage mit der Kirche ab. Die erhaltenen Gebäude stammen überwiegend bis auf den 1884 durch Brand zerstörten Südflügel aus der Zeit des Wiederaufbaus nach dem Brand. 1803 wurde das Kloster aufgehoben und gelangte im Zuge der Säkularisation an den Landgrafen von Hessen-Darmstadt. Die umfangreichen Ländereien wurden zur staatlichen Domäne, die Abteigebäude1842 zu einer Eisengießerei umgebaut bzw. zum Teil landwirtschaftlich genutzt.

Neben dem Ort Bredelar finden wir in einer Urkunde aus dem Jahre 1337 auch die Erwähnung eines „Alten Bredelar", Aldenbreydelere, wo sich auch eine Kapelle befand. Der Knappe Albert Clot schenkte in diesem Jahr dem Kloster Güter, damit ein Konventuale in Aldenbreydelere täglich eine Messe zelebrieren sollte.

Im Jahre 1900 wurde der Ort, der bis dahin noch mit Giershagen eine Gemeinde bildete, zu einer politisch selbständigen Gemeinde. Der Verwaltungsverband wurde aufgelöst, da sich die beiden Orte wirtschaftlich vollständig entgegengesetzt entwickelt hatten.

Bredelar zählt zu den industriell-handwerklichen, schwach bis mäßig dicht bewohnten Gemeinden. Rund 90 % der Wirtschaftsfläche des Ortes werden vom Gutsbetrieb belegt. Mit nur 20 % - 30 % der Fläche zählt der Ort zu den grasärmsten Gemeinden. In der Gesamtfläche besitzt der Wald mit 70 % - 75 % den überwiegenden Anteil. Im industriellen Bereich herrscht die Rohstoffgruppe Steine und Erden vor. Das Handwerk im Ort ist relativ stark differenziert. Neben dem Handwerk und der Industrie kommt in neuerer Zeit noch dem Fremdenverkehr eine gewisse Rolle zu.
Die Erwerbstätigen des Ortes sind meist Auspendler, die überwiegend in den benachbarten Orten wie Niedermarsberg oder Hoppecke Beschäftigung finden.

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