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1.250 Jahre Marsberg – ein Jubiläum mit Geschichte


In diesem Jahr feiert unsere Stadt Marsberg und hier insbesondere der Stadtteil Obermarsberg mit vielen kleinen und großen Veranstaltungen, u.a. mit einem Musical und einem historischen Markt ein 1.250-jähriges Jubiläum. Die Mitarbeiter im Stadtarchiv haben dies zum Anlass genommen, sich auf die Suche nach der Historie der „Stadt auf dem Berge“ zu machen.

Die Geschichte fängt schon vor 772 an, denn in Obermarsberg stand die Eresburg, eine wichtige Sachsenfeste als Flieh- und Trutzburg. Auf dem Berge soll sich das ebenso bedeutende Heiligtum die „Irminsul“ befunden haben. Der Name stammt aus dem Germanischen und bedeutet soviel wie „große Säule“. Gemeint ist vermutlich die Säule oder eine der Säulen, die das Himmelsgewölbe tragen. Wissenschaftlich vermutet wird die Existenz mehrerer Säulen, nachgewiesen werden konnten bisher jedoch keine weiteren. Was genau wir uns unter dieser Irminsul vorstellen müssen, ob einen Altar, einen heiligen Hain, eine Siegessäule oder eine Weltesche, ist noch nicht erforscht. Teilweise wird die Irminsul auch mit der Donareiche, dem Weltenbaum gleichgesetzt.1

Die Festung Eresburg wurde 772 durch Karl den Großen erobert und zerstört. Zu diesem bedeutenden Mann der deutschen Geschichte findet sich zahlreiche Literatur in der Archivbibliothek im Stadtarchiv Marsberg. Auch die Eroberung und die Schlachten um die Eresburg, der alte Glaube der Sachsen und die Christianisierung wurden in einem Historienroman mit dem Titel „Das Amulett der Seherin“ von Susanne Kraus verarbeitet. Die Seherin Veleda zieht ein Zwillingspärchen auf, das bei einer heidnischen Feier nahe der nahe der Eresburg gefunden wurde. Diese beiden, dem Säuglingsalter längst entwachsenen Kinder, spielen eine große Rolle, als die Truppen Karls des Großen 25 Jahre später einfallen. … Neugierig geworden? Dieses und viele andere Romane und Dokumentationen, die sich in, um und mit unserer Gegend befassen, finden Sie natürlich auch in unserer Stadtbibliothek.

Um ganz sicher zu gehen, dass die Bekehrung zum Christentum nachhaltig bleibt, ließ Karl der Große an der Stelle der Irminsul eine Kirche errichten. Die zunächst als kleine Holzkirche gebaute Gebetsstelle wurde im Jahre 785 durch eine steinerne Basilika ersetzt. Sie wurde dem heiligen Petrus geweiht. Vermutlich ist eben diese Kirchengründung mit ihrem Patronat der Grund für das „A“ im Obermarsberger Wappen bzw. unserem A im Wappen der Stadt Marsberg. Im Jahre 2019 hatten wir, im Zusammenhang mit der Klärung, warum unser Stadtwappen von einem A geziert wird, bereits darüber und über „diese erste christliche Kirche auf sächsischem Gebiet zwischen Weser und Rhein“ philosophiert.

799 besuchte eine weitere Persönlichkeit unsere Stadt, Papst Leo III. Man stelle sich vor, ein Papst in Obermarsberg. Er bestätigte die bereits durch Karl den Großen gewährten Rechte auf Immunität, Gerichtsbarkeit und nicht zuletzt Zehnteinnahme des Konvents der Benediktinermönche und Stadt. Das Konvent nahm seinen Platz in Obermarsberg zur Missionierung der gerade in den Schoß der Kirche aufgenommenen Sachsen und derer, die dem Christentum noch zugeführt werden sollten, ein.

„Die Stiftskirche hat im Laufe der Jahrhunderte auf mancherlei Ereignisse in ihrer Umgebung herabgesehen und selbst mancherlei Verwüstung dabei erlitten“.2 Sie wurde mehrmals wieder aufgebaut, erweitert und umgebaut. In der heutigen Form steht die Kirche, seit dem Neubau nach der Zerstörung im 30-jährigen Krieg, als 3-schiffige Basilika im Barock-Stil. Die Innenausstattung und Altäre von Heinrich und Christophel Papen sowie das „kunstvolle alte Chorgestühl, Kommunionbank, Kanzel, Orgel und Bänke sind in ihrer Schönheit und Vielfalt wahre Meisterwerke“.3

Aufgrund dieses Bauwerkes lohnt schon ein Besuch in Obermarsberg, jedoch werden wir in loser Folge weitere Geschichten über Obermarsberg, seine historischen Bauwerke und Persönlichkeiten, passend zum 1.250-jährigen Jubiläum, erzählen.

Gerne dürfen Sie auch selber in unserem Stadtarchiv stöbern unter Einhaltung der tagesaktuellen Corona-Schutzbestimmungen. Termine können Sie unter 02992 – 97 91 65 vereinbaren.

Quellen: 

1   Eresburg – Marsberg 772 – 1972 – 1200 Jahre Christentum im Diemelgau
2   Originaltext aus dem Buch „Von Niedermarsberg nach Obermarsberg“ von W. Fischer aus dem Jahre 1882.
3  
Originalzitat aus dem Buch „Führer für die Museen und historischen Sehenswürdigkeiten im Hochsauerlandkreis“ aus dem Jahre 1988
4  
Fotos Stadtarchiv Marsberg aus der Sammlung von Felix Bieker

Stand: 01.03.2022

Die Ergebnisse der Landtagswahl 2022 für Marsberg finden Sie hier: http://wahlergebnisse.marsberg.com






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