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Sperrung der Nebenwege im Eichenwäldchen


Unser sogenanntes Eichenwäldchen, ein sehr artenreicher Laubmischwald, erstreckt sich in schmaler Form entlang der B7/Westheimer Straße oberhalb der Diemel von der Paulinenstraße im Osten bis zur Bebauung (Kernstadt) im Westen.


Bedeutung für den Naturschutz
Man glaubt es kaum, dieser zentrumsnahe Wald erfüllt mit seinem Artenreichtum (mindestens 10 verschiedene Baumarten!) und seinem wertvollen alten Baumbestand wichtige Funktionen für den Naturhaushalt und den Artenschutz. Er bedient selbst diejenigen Kriterien, welche an ein Naturschutzgebiet mit direkter Anbindung an den intensiv genutzten Siedlungsraum zu stellen sind!
Nicht nur die hohe Strukturvielfalt und der daraus resultierende Artenreichtum zeichnen das Eichenwäldchen aus, sondern auch der hohe Totholzanteil in den teilweise uralten Eichen. Hier finden besonders intensiv bedrohte und hoch spezialisierte Arten ihren Lebensraum, wie zum Beispiel der seltene Schwarzspecht. Leider sind solche nicht bewirtschafteten Altholz-Biotope in der intensiv genutzten Landschaft sehr selten geworden.


Verkehrssicherung
Der hohe Natur- und Erholungswert der Fläche bedingt gleichzeitig besondere Herausforderungen in Bezug auf die Gewährleistung der Verkehrssicherheit durch die Stadt Marsberg, da das Areal durch Spazier-/Wanderwege, Trampelpfade, diverse Sitzbänke, eine Sitzgruppe und speziell durch den intensiv genutzten "Diemel Radwanderweg" eng erschlossen ist. Allerdings erschweren die Wuchsbedingungen der Bäume auf dem Steilhang die Möglichkeit zur Totholzentnahme entlang der Wegetrassen extrem. Eine Sicherung ist aufgrund mangelnder technischer Zugänglichkeit extrem anspruchsvoll und letztendlich sehr kostspielig. Zudem neigt der Baumbestand dort vor allem in Bezug auf die hoch aufgeschossenen Altbäume zu natürlich bedingten Standunsicherheiten bei Starkwind-Ereignissen.


Problematik und Lösungen
Für die Stadt Marsberg als Flächeneigentümerin stellt sich die Aufgabe diese Waldfläche seiner Funktion als Erholungs- und Freizeitraum weiterhin für die Öffentlichkeit zugänglich zu erhalten, gleichzeitig aber die daraus resultierenden Verkehrssicherheitsanforderungen in einem ökonomisch verträglichen Rahmen gewährleisten zu können.
Eine fachliche Stellungnahme eines externen Gutachters sollte hier Klarheit über die bestehende Problematik und realistische Lösungsansätze geben.
Die Ergebnisse wurden von den Fachleuten der Stadtverwaltung diskutiert. Nach dem Abwägen zwischen den Belangen für den Naturschutz, der Sicherheit der Spaziergänger sowie dem technisch Möglichen inclusive der entstehenden Kosten sieht sich die Stadtverwaltung zu folgenden Maßnahmen gezwungen:

Mittel- bis langfristig wird es nicht möglich sein, den Baumbestand seitlich der Trampelpfade und Spazierwege zu sichern. Es wären hunderte von Bäumen zu bearbeiten oder zu fällen, was einen negativen Einfluss auf die bislang herausragende öko-logische Bedeutung des Eichenwäldchens zur Folge hätte. Zudem besteht für die Nutzung von Trampelpfaden und normalen Wanderwegen kein genereller Rechtsanspruch auf Verkehrssicherheit in Wäldern.
Aus diesen Gründen werden zur Gefahrenabwehr unverzüglich der "Diemelradweg" und die Treppenanlage im östlichen Bereich der Waldparzelle in einen verkehrssicheren Zustand versetzt und in einem solchen auch zukünftig erhalten.
Vorläufig müssen konsequenterweise die Nebenwege gesperrt werden. Die bestehenden Sitzbänke in diesen Bereichen müssen auch abgebaut werden. Derzeit prüft die Verwaltung noch, welche weniger einschneidenden Maßnahmen zukünftig bestehen.
Es wird darauf hingewiesen, dass die Benutzung der bestehenden Trampelpfade nicht explizit verboten wird, sondern auf eigenes Risiko hin auch weiterhin erfolgen kann.
Die Stadtverwaltung hofft auf das Verständnis der Bevölkerung.

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