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Unser Stadtwappen


17 Gemeinden, alle haben ein Wappen, von aufwendig bis schlicht, von abstrakt bis gegenständlich; die Bedeutung ist den Bewohnern der jeweiligen Ortschaft zumeist bekannt. Doch wie sieht es mit dem uns alle vereinenden Stadtwappen aus?

Heute ist das Stadtarchiv der Frage nachgegangen, wieso unser Stadtwappen ein großes "A" ziert. Ja, sogar nur aus diesem, ganz ohne Verzierungen, besteht. Normalerweise hat ein Wappen Elemente, die in irgendeiner Weise mit dem Ort in Verbindung gebracht werden können. Doch was soll dann dieses "A"? Marsberg beginnt mit "M", das kann es also nicht sein. Ein älterer, heute noch im Plattdeutschen verwendet Name "Stadtberge", beginnt mit "S", auch das passt nicht. Ebenso der ganz alte Name "Horhusen" gibt  keinerlei Anhaltspunkt.

Vorweg, unsere Obermarsberger Mitbürger sind, davon ausgehend, dass jeder ein bisschen seiner Ortsgeschichte kennt, eindeutig im Vorteil. Denn aufgrund eines Ratsbeschlusses führt die Stadt Marsberg einen Teil des Wappens, das den Obermarsbergern vom König von Preußen 1909 verliehen wurde, fort. In Obermarsberg findet sich einer lokalen Sage nach die mögliche Herkunft des Letters. Dafür muss man weit in der Zeit zurückgehen! Wie jedermann bekannt, wurde die Irminsul auf Veranlassung Karls des Großen 772 zerstört. An Stelle dieses wichtigsten Heiligtums der Sachsen erbauten die Franken die Stiftskirche. Die von König Karl in Sachsen errichteten Kirchen sollten nach der Ordnung des Alphabets bezeichnet werden. Da dieses die erste christliche Kirche auf sächsischem Gebiet zwischen Weser und Rhein gewesen sein soll, bekam sie den ersten  Buchstaben des Alphabets und dies ist nun einmal das "A".

Gewitzte Leser fragen sich nun bestimmt: "Wo ist die Kirche mit dem Buchstaben "B"?". Ganz ehrlich, im Stadtarchiv ist kein Hinweis darauf zu finden und bisher konnte keiner Hinweise auf eine "B"-Kirche geben, man weiß es derzeit einfach nicht. Vielleicht für Sie einmal eine Forschungsaufgabe?

Da keine "B"-Kirche zu finden war, begann die Suche nach einer anderen Erklärung, die ebenfalls bekannt ist. Sie besagt, dass mit diesem "A" zugleich eine christliche Botschaft manifestiert werden sollte. Das griechische Alpha, ist der erste Buchstabe des  griechischen Alphabets, das Omega der Letzte. Da die Christianisierung erfolgreich in Obermarsberg begonnen haben soll, kommt ein Zitat aus der Bibel, Offenbarung 22,13 zutragen: "Ich bin das Alpha und das Omega, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende."

Bereits im 13. Jahrhundert tragen Münzen aus Marsberg neben dem Heiligen Petrus das "A" als Prägung. Auf Grund dieser Konstellation könnte auch der Beginn der Christianisierung als solches verewigt worden sein. Denn bei Matthäus 16,18 heißt es "Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen." Gott als der Anfang und das Ende der Schöpfung, setzt mit oder durch Petrus den Anfang der Kirche. Ob nun Obermarsberg als Felsen gelten kann? Hoch oben auf dem Berge ist es nun einmal und der Anfang der Kirche auf sächsischem Gebiet wie es aussieht auch.

Des Weiteren soll sich an der Obermarsberger Kirche ein Wappenstein mit eben diesem Buchstaben befunden haben.

Welche der beiden Überlieferungen nun stimmt oder ob nun ein Feh für das Wappen der Padberger Modell stand, ein Quellbrunnen für das der Gemeinde Borntosten oder der Löwe des heiligen Markus für jenes der Beringhäuser. Geschichte und Forschung auch auf ungewöhnlichen Gebieten ist spannend und informativ.

Wer Informationen zu diesen Themen sucht, findet Literatur im Stadtarchiv. Egal ob Wappen, Irminsul, Karl der Große oder Ortschroniken, das Stadtarchiv ist immer eine gute Anlaufstelle. Sie finden das Stadtarchiv: Bahnhofstraße 11 (rechts neben dem Eingang der Bibliothek) in Marsberg. Besucher sind freitags von 8 bis 12 Uhr auch ohne Termin herzlich willkommen. Unter Tel. 0 29 92/97 91 65 ko?nnen fu?r montags bis donnerstags zusätzliche Benutzungstermine vereinbart werden.

Quellen: "Wappen, Siegel, Flaggen" von Peter Veddeler, "Aus Marsbergs alten und neuen Tagen" von Ludwig Hagemann, "Kommunale Wappen des Herzogtums Westfalen - Kurkölnisches Sauerland" von Eduard Belke/Alfred Bruns und Helmut Müller

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