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Das Briloner Maria-Hilf-Krankenhaus greift den Gesundheitsstandort Marsberg an


Schon die Art der Terminvereinbarung ist kurios. Ohne Angabe eines Themas erbittet das Vorzimmer des Briloner Bürgermeisters am 28.03.17 einen kurzfristigen Termin beim Marsberger Bürgermeister für den 30.03.17. Auch auf nochmalige Nachfrage aus Marsberg ist das Gesprächsthema nicht zu erfahren. Kurz nach der zweiten Rückfrage teilt der Briloner Bürgermeister per Mail mit, dass man der Stadt Marsberg Hintergrundinformationen zu einem geplanten Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) geben will und an dem Gespräch neben dem Bürgermeister auch der Briloner Kämmerer sowie eine Mitarbeiterin des Krankenhauses teilnehmen. Jetzt gehen alle Alarmglocken an.

Und die Sorge ist mehr als berechtigt: So informierten die Vertreter der Stadt Brilon und des städtischen Krankenhauses, dass sie die Gründung einer MVZ-Trägergesellschaft mbH als 100% Tochter vorantreiben. Sie beabsichtigen, über den Erwerb eines Marsberger Arztsitzes, ein Medizinisches Versorgungszentrum als Niederlassung in Marsberg zu errichten und zu betreiben. Weitere Zentren an anderen Orten sollen folgen, sobald Arztsitze verfügbar sind. Dieses diene dem Briloner Krankenhaus zur Erhöhung der Fallzahlen und der Sicherstellung der Einweisestruktur.

Weiter wurde erklärt, dass die  Kommunalaufsicht des Hochsauerlandkreises eine Beteiligung der Stadt Marsberg gefordert hat. Aufgrund der nicht eindeutigen Rechtslage kommt die Stadt Brilon zu dem Schluss, dass man mit diesem Informationstermin und der Übergabe eines offiziellen Schreibens den rechtlichen Forderungen genüge getan hat.

„Aus den Gesprächen  mit Verantwortlichen des St.-Marien-Hospitals steht zu befürchten, dass der Erwerb eines hiesigen Arztsitzes und die Gründung eines MVZs durch ein benachbartes Krankenhaus nachhaltig in die etablierten ambulant-stationären Versorgungsstrukturen eingreift. Wahrscheinlich ist das der Beginn eines ruinösen Wettbewerbs, der letztlich zu Lasten der Bevölkerung und ihrer Gesundheitsversorgung ausgetragen wird.“, so Bürgermeister Hülsenbeck.

Alle im Rat der Stadt Marsberg vertretenen Fraktionen sowie die Verwaltungsleitung sind über das Vorgehen des städtischen Maria-Hilf-Krankenhauses und der Stadt Brilon als Krankenhausträger empört. Der Betrieb eines Medizinischen Versorgungszentrums durch ein benachbartes Krankenhaus vor Ort in Marsberg stellt einen Eingriff in kommunale Interessen und die medizinische Versorgungsstruktur der Stadt Marsberg sowie der angeschlossenen Ortschaften dar. Das kann weder in kommunalem noch im Interesse der Patienten und aller an der Gesundheitsversorgung Beteiligter sein.

„Die bewährte Zusammenarbeit zwischen den ambulanten und stationären Leistungserbringern wird hierdurch in gleichem Maße gestört, wie das politische und gesundheitspolitische Miteinander beider Kommunen.“, so Bürgermeister Hülsenbeck „Über das Geschäftsgebaren der neuen Briloner Krankenhausgeschäftsführerin konnte man schon viel lesen und hören. Dass aber der Aufsichtsratsvorsitzende und Bürgermeister der Stadt Brilon, Dr. Christoph Bartsch, dieses nicht unterbindet sondern sogar aktiv fördert, entsetzt und enttäuscht mich sehr. Durch dieses Vorgehen wird dem bislang kooperativen Miteinander und dem Vertrauensverhältnis erheblicher Schaden zugefügt. Im engen Schulterschluss mit den Verantwortlichen unseres Krankenhauses werden der Rat und die Verwaltung der Stadt Marsberg alle Hebel in Bewegung setzen, um das aus unserer Sicht rechtswidrige Vorgehen zu unterbinden.“

Briefwahlunterlagen können Sie hier beantragen: http://wahlen.marsberg.com

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